Mongolische Ornamente
In der frühen südostasiatischen Kunst treten üppige Blatt- und Ranken-Ornamente neben geometrischen Formen auf (häufig Spirale; diese auch in China, vgl. schon bronzezeitliche Gefäße, ferner Zickzackband, Flechtband, stilisierte Tiere). Sie wirken weiter in der buddhistischen Kunst Asiens, in Indien später modifiziert durch die islamische Einflüsse, in China im Wechselspiel mit sibirischer und mongolischer Ornamentik. Originelle Formen der chinesischen (auch japanischen und koreanischen) Ornamentik sind u.a. die gezackte Raute, stilisierte Landschafts- (sog. Wolkenballen, »Wolkenzipfel«) und Tierformen (sog. Vogeldrachen der Lackmalerei); aus West-Asien werden Palmette und Rosette übernommen. In der Architektur zeigt sich Vorliebe für Durchbruchformen (u.a. Maßwerkfenster), reich ausgebildet ist an Holzbauten das vielfach gestaffelte Konsolgebälk.

In der mongolischen Kunst z.B. werden die Ornamente den Formen nach in 5 Gruppen unterteilt: geometrische, tierische, pflanzliche, Naturkräfte darstellende und lamaistische Ornamente. Zu den am meisten verwendeten geometrischen Ornamenten gehört das die Idee der ewigen Bewegung und des ewigen Lebens symbolisierende Hammer-Ornament. Miteinander verbundene Kreise und Quadrate bedeuten Wahrheit, ewige Freundschaft, Kraft und Ausdauer, verflochtene kreuzförmige Ornamente symbolisieren »10.000 Jahre Glück«. Verbreitet sind auch das Böse verschlingende Ozeanwellen in Form von Halbkreisen auf Filzteppichen am Jurteneingang. Zu den tierförmigen Ornamenten gehören Hörner (Erblühen der Viehzucht), Pferdeköpfe (menschliches Denken), Drachen (Macht und Größe), Fische (Wachsamkeit) und Mäuse (Fruchtbarkeit des Viehs). Pflanzliche Ornamente (Blumen und Blätter) treten v.a. in der Architektur, Malerei und Plastik auf und symbolisieren vornehmlich auf Buddhastatuetten die Reinheit und Unschuld. Die Ornamente der 4. Gruppe gehören zu den ältesten, wobei der Blitz Symbol der Unbesiegbarkeit und das Feuer Symbol der Entwicklung und Wiedergeburt sind. In der 5. Gruppe verbinden sich Elemente der anderen Ornamente mit lamaistischer Symbolik. Besonders beliebt ist die Darstellung der »Acht Opferungen« (Tempeleingänge, rituelle Gegenstände, Musikinstrumente). Bei den lamaistischen Ornamenten ist die Symbolik der Farben (rot = Sieg, blau = Wahrheit, gelb = Liebe, weiß = Reinheit, schwarz = Armut und Verrat) und Materialien stark ausgeprägt (Gold oder Bernstein = Liebe, Korallen = Freude, Perlen oder Silber = Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit).


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